Wohnen auf Palawan

Seit einer Woche wohnen wir in diesem Haus im Barangay (Stadtbezirk) San Jose in Puerto Princesa. Es steht im nördlichen Teil der Inselhauptstadt in einer Seitenstraße der North Road.IMG_1248Die Besitzerin war mit einem Schotten verheiratet, der vor einigen Jahren verstorben ist. Im Haus sind noch einige Bilder, die er gemalt hat. Auch an anderen Stellen ist der europäische Einfluss zu spüren.

Allerdings sind im Garten und im Haus auch überall die exotischen Bestandteile unserer Heimat auf Zeit zu finden. Hier gibt es rote Libellen, Blumen, die ich bisher nur aus Blumengeschäften kannte und Cashewbäume (auf denen die leckeren Nüsse wachsen, die aber leider nur im März – April zu ernten sind). Die Tokeh (Geckos) leben mit uns im Haus und es gibt einige ziemlich große Exemplare. Der Tagalogname Tokeh ergibt sich aus den Lauten, die er von sich gibt „tok-keh“.

Meinen letzten Blogbericht hatte ich  damit begonnen, dass ich schrieb, dass wir einen kompletten Kulturwechsel innerhalb Asiens erlebten (aber dann habe ich nur etwas zum Internet geschrieben). Dieser Eindruck kam daher, dass der Wechsel von der Stadt Hongkong mit vielen westlichen Merkmalen auf die Philippinen mit Merkmalen eines Entwicklungslandes für mich doch überraschend kam.

Hongkong ist ein moderner Stadtstaat, hat unter anderem eine britische Vergangenheit und kommt mir als Westeuropäer relativ leicht zu durchschauen vor. Die U-Bahnen fahren nach Takt, die Autofahrer halten sich meist an die Verkehrsregeln (man fährt zwar links, aber das tun die Briten und Iren ja auch), Geldkarten haben eine höhere Akzeptanz als in Deutschland, viele Menschen laufen im öffentlichen Raum mit dem Smartphone vor den Augen herum und die Museen und öffentlichen Einrichtungen sind unseren in Deutschland ähnlich.

Auf den Philippinen fiel mir schon bei unserer Zwischenlandung auf der Insel Cebu im Bereich des Flughafens auf, dass wir jetzt in eine andere Welt kommen. Wahrscheinlich wäre mir der Unterschied bei einer Zwischenlandung in Manila nicht gleich so aufgefallen, aber wir hatten uns wegen der kleineren Wege beim Umstieg bewusst für Cebu entschieden. Was war so anders? Ich fühlte mich an Orte in Südosteuropa und Afrika erinnert – bei den Farben und dem Putz an den Wänden, bei den Steckdosen, die mit Leitungen auf den Wänden dort montiert waren, wo man sie brauchte, und dem Staub, der über allem zu liegen schien.

Smartphone sieht man hier zwar auch, aber sie spielen keine so große Rolle (weil ja das Internet auch eher tröpfelt 😉 Die Menschen schauen sich öfter ins Gesicht und ein Lächeln ist schnell mal ausgetauscht.

Unser Gepäck jedenfalls war immer da (!) und auch die Einreise sowie Abfertigung funktionierten vollkommen reibungslos – was man ja bei den Nachrichten aus der Heimat über Tegel und Schönefeld nicht immer sagen kann 😉

Am 5. September besuchten wir das Gelände der Palawan State University. Hier schien eine Art Infotag zu sein, denn es waren eine Menge Stände aufgebaut, an denen Studenten zu Fachbereichen und zu Verbindungen informierten und nebenbei leckere Dinge zum Essen anboten. Besonders beeindruckte mich der Stolz, den ich nicht nur der Werbetafel entnehmen konnte, sondern den die jungen Leute auch wirklich ausstrahlten. Ob es an einer deutschen staatlichen Hochschule auch den God Test geben könnte bzw gibt?

Nachdem wir unseren Leihwagen zurückgegeben haben, versuchen wir immer mal wieder, mit den lokalen Verkehrsmitteln vorwärts zu kommen. Neben den Tricycles gibt es dafür das Multicab. Es funktioniert ähnlich unseren Linien bei Tram und Bus – aber doch ganz anders. Unsere ‚Linie‘ fährt auf einem bestimmten Abschnitt der NorthRoad. Wenn wir damit fahren wollen, gehen wir zur Strasse, stellen uns hin und warten, bis ein Multicab kommt. Hilfreich ist es, dem Fahrer ein Zeichen zu geben, aber die sind meist so aufmerksam, dass sie auch von allein halten – wenn – ja, wenn sie einen Platz haben. Es gibt also keine Haltestellen, sondern der Stop zum Ein- und Aussteigen passiert nach Wunsch. Mitgenommen wird, solange Sitzplätze frei sind. Bezahlt wird, in dem man das passende Kleingeld (10- 14 Peso = 0,16 €) nach vorn zum Fahrer durchreicht. Soweit, so gut – aber dieses Verkehrsmittel ist eher für Menschen unter 1,70 m gedacht, ich habe sowohl beim Besteigen als auch drin meine Probleme 🙂IMG_1257

Am Dienstag waren wir im City Coliseum bei einer Veranstaltung der zukünftigen Gastgeberschule LifeCollege unserer Kinder namens LifeCOLYMPICS2017. Wie man sieht, spielt Facebook hier im Bereich des Internets eine viel größere Rolle als in Deutschland (Internet über Facebook ist bei den Mobilfunkanbietern oft gratis dabei). Der Schulstart nach den Ferien ist hier eher fließend. Die ersten beiden Wochen waren der Vorbereitung auf die LifeCOLYMPICS2017 und Sportevents vorbehalten. Gestern haben wir für unsere Kinder die Einschreibeformalitäten erledigt sowie die Schuluniformen gekauft. Wer bei meiner Tochter in ihrem Blog stöbern möchte, kann das hier tun: https://carotravelsweb.wordpress.com/

…und hier zum Schluss noch ein Blick auf meine Lieblingsbiersorte SanMiguel sowie eine exotische Form von KitKat.

Ein Gedanke zu “Wohnen auf Palawan

  1. Das ist ja wieder ein sehr interessanter Beitrag und es ist prima nun auch so die Reise mit verfolgen zu können. Für die beiden Kids nun auch einen guten Start und sie werden gewiß diese Erfahrungen, die sie haben werden nie vergessen. Das Haus ist sehr schön und wird gewiß eine ewige Erinnerung sein und schöne Stunden werdet ihr hoffentlich dort verbringen. Ich denke an Euch 🍀👍🏡

    Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s