Next stop Sydney …

Beinahe wäre aus dem nächsten Stopp in Sydney nichts geworden, denn die Mitarbeiterin der Fluggesellschaft Cathey Pacific auf dem Flughafen in Cebu fragte nach unseren ETA für Australien, die wir nicht hatten. Wir wussten zwar, dass man für die USA und Kanada eine elektronische Reisegenehmigung (eTA/ESTA) braucht, dass man aber für Australien auch eine ETA benötigt, war uns nicht bekannt. Leider führte kein Weg daran vorbei, wir mussten vor dem Check In diese Anträge ausfüllen und auch genehmigt bekommen. Hatten wir vorher noch gedacht, mit 2,5 Stunden vor dem Abflug rechtzeitig da zu sein, schmolz diese Zeit plötzlich dahin wie ein Eiswürfel in der Wüste. Ihr könnt euch nicht vorstellen, wie schlecht mir war. Gott sei Dank hatten wir noch unsere SIM-Karten mit genug verfügbarem Internetvolumen, so dass wir den Versuch starten konnten. Ein Krimi! Schließlich hatte Claudia die richtige Seite für die Anträge gefunden. Zuerst allerdings musste sie dort einen Account anlegen, um danach die Anträge stellen zu können. Dann musste für jeden von uns ein Antrag ausgefüllt, überprüft und abgesandt werden. Während des letzten Antrags kam die Dame von der Fluggesellschaft und fragte nach dem Fortschritt, da der Check In eigentlich gleich geschlossen würde. Auch sie war erleichtert, dass wir immerhin schon 3 Anträge gestellt hatten und für zwei Personen auch die Bestätigung per E-Mail erfolgt war.img_1652

Unsere Erleichterung war riesig, als wir schließlich unsere Bordkarten hatten und 35 Minuten vor Abflug zur Ausreise konnten.Ozeanien

Damit war der Weg frei zur dritten Station unserer Weltreise. Nach einer durchflogenen Vollmondnacht sind wir am 31. Januar morgens in Sydney gelandet. Voller Neugier auf den neuen Kontinent konnten wir die Landung kaum erwarten. Leider war der Himmel über Australien so bewölkt, dass es kaum etwas zu sehen gab. Nach der Einreise konnten wir das erste Mal nach 5 Monaten endlich wieder mit Schienenfahrzeugen fahren.

Schon in der Jugendherberge stellten wir fest, dass Sydney offenbar das Reiseziel vieler Menschen mit deutscher Muttersprache ist. Auch meine „Sprüchesammlung“ konnte ich wieder einmal vervollständigen 😉

Endlich gab es wieder richtige Frühstücksbrötchen.img_2783

Am Nachmittag machten wir uns auf den Weg auf eine erste Erkundungstour. Wir wollten unbedingt die Oper mit eigenen Augen sehen.

Unser Weg führte uns durch den Royal Botanic Garden und schließlich tauchte das berühmte Gebäude hinter den Bäumen auf. Wir buchten für den nächsten Tag eine Führung durch das Haus in deutscher Sprache. Auf unserem weiteren Weg kamen wir gleich an der nächsten Sehenswürdigkeit vorbei, der Sydney Harbour Bridge, die jedes Jahr zu Silvester der Hintergrund für das dortige Feuerwerk zum Jahreswechsel bildet.img_2737

Die Führung erlebten wir in einer großen Gruppe von über dreißig Personen mit der Tourleiterin Christiane, die der Aussprache nach aus Österreich zu sein schien. Es gab viel Interessantes zu hören über die Vorbereitungs- und Planungsphase – die ersten Überlegungen wurden Ende 1940 angestellt, der Bau begann 1959, die Bauzeit betrug 14 Jahre und die Kosten entwickelten sich von ca. 70 Millionen Dollar zu 100 Millionen (aber diese Summe wurde komplett durch eine Lotterie aufgebracht), den Architekten Jørn Utzon und seinen Streit mit der australischen Regierung und schließlich das Happy End (der Bau wurde noch zu Lebzeiten des Architekten ins Weltkulturerbe aufgenommen). Wir sahen die Theater- und Aufführungsräume, bekamen einen (sehr kleinen) Eindruck vom Leben im Haus und konnten sehen, wo sehr behutsam welche Veränderungen seit der Fertigstellung vorgenommen worden waren.

Am Nachmittag machten wir einen Ausflug mit der Fähre nach Watsons Bay und waren so ein klein bisschen an die Fähre nach Kladow erinnert. Allerdings ist in Sydney alles viel größer als Berlin und der Wannsee.

Am Freitag erkundeten wir am Vormittag den Markt im Viertel The Rock und am Nachmittag stand die Überquerung der Sydney Harbour Bridge auf dem Programm. Allerdings haben wir nur den normalen Fußweg genommen, es gibt aber auch Führungen, die direkt über die Bögen führen. Auf der anderen Wasserseite gibt es einen Lunapark, der für uns vor allem Dank seines freien und guten WLan nützlich war.

Für Samstag hatten wir eine Bus-Tour in die Blue Mountains gebucht, der u.a. auch einen Besuch im Featherdale Wildlifepark beinhaltete, wo es Wombats, Kängurus und Koalas zu sehen gab.img_2901img_2898img_2920img_2936

Die Blue Mountains sind eine Mischung aus Elbsandsteingebirge und Grand Canyon, nur wieder mal viel größer…

Am Abend gab es einen Kurztrip zum Observatorium Hill, dessen Pavillon in der Serie Dance Academy eine Rolle spielte. Am Fuße des Hügels war dieses Auto in einem Kreisverkehr zu finden.

Am Sonntag zeigte sich Sydney von seiner besten Wetterseite. Trotzdem besuchten wir am Vormittag zuerst das Australian Museum. Dort gab es unter dem Titel 200 Schätze wieder viel zu lernen. Der skelettierte Mann auf dem Pferdeskelett erinnerte mich an die Ausstellungen von Gunter von Hagen. Die 5 Herren erfanden das WLan. Die Geschichte der Aborigines kann einen eher betroffen machen. In den oberen Etagen gab es in jüngerer Zeit ausgestorbene Tiere zu sehen, aber auch die bei Kindern so beliebten Saurier.

Am Nachmittag waren wir am Bondibeach. Die Wellen waren im wahrsten Sinne des Wortes umwerfend, aber Spaß hat es trotzdem gemacht. Zum Abschluss sind wir noch ein Stück auf dem Bondi Beachwalk gewandert und haben versucht uns vorzustellen in welcher Richtung Berlin und wo Neuseeland liegt.

Auf dem Weg zum Flughafen sah ich noch zwei Plakate im Zug, die mein Herz als Schienenverkehrsfreund erfreuten.

Sydney bleibt in meiner Erinnerung als eine Großstadt mit vielen aufregenden Sehenswürdigkeiten und einem erstaunlichen Umland. Aber die Menschen erschienen mir nach 5 Monaten lockeren und freundlichen Palawenos als überaus streng und mit dem merkwürdigen Humor der Sydneyer sind wir alle eher nicht so klar gekommen.

Mittlerweile sind wir bei unserer vierten Station in Neuseeland angekommen, haben auf dem Flughafen die Biohazardkontrolle ohne Beanstandung passiert, unser Auto in Empfang genommen, uns auf den Linksverkehr eingestellt und eine komplette Campingausrüstung gekauft. Nach zwei Übernachtungen mit AirBNB in Auckland campen wir jetzt auf dem Zeltplatz Trounson Kauri Park.img_3018

Am Abend sind wir im Dunkeln mit einer mit rotem Tuch verhüllten Lampe durch den Wald geschlichen in der Hoffnung, Kiwis zu sehen.img_3021

Das hat allerdings bisher nicht geklappt, sie sollen sehr scheu sein. Da hier im Nationalpark WiFi freie Zone ist, werde ich morgen früh, wenn ich zum Supermarkt fahre, versuchen, diesen Beitrag abzusenden.

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