Kia Ora oder ‚Ein erfüllter Traum auf der anderen Seite der Welt 🌍‘

Kia Ora ist eine Begrüßung in der Sprache der Maori und bedeutet ‚Möge es dir gut gehen‘. Ich bin dieser Begrüßung in Neuseeland sehr oft begegnet. Wir haben es uns hier wirklich gut gehen lassen. Deshalb gab es von mir (anders als bei Carolien, die ja wirklich ganz treu jeden Sonntag etwas veröffentlicht) lange nichts zu lesen. Als ich zwischendurch wieder mal daran dachte, einen neuen Blogbeitrag zu schreiben, war grade kein Internet verfügbar und als ich das nächste Mal dran dachte, war wenig Zeit, weil ich mit Kochen beschäftigt war. Und ehe ich mich versehe, ist ein Monat herum. Nun werde ich es sowieso nicht schaffen, alle Erlebnisse chronologisch zu erzählen, also teile ich euch meine Gedanken und Erinnerungen zu einzelnen Themen mit.

Wetter, Unwetter, Erdbeben

Wenn ich zurückblicke, hatten fast alle bisherigen Etappen unserer Weltreise Ziele, die sich auf Inseln befanden. Und Inseln sind beim Wetter vom sie umgebenden Meer beeinflusst. Wir haben wirklich oft erlebt, wie schnell sich das Wetter ändern kann. Das ist einerseits schön, wenn man aus einer Bergregion mit dicken Regenwolken kommt und sich plötzlich vor einem die Ebene mit dem Meer unter blauem Himmel auftut.

Es ist andererseits anstrengend, wenn man eben sein Zelt noch im Trockenen aufgebaut hat und sobald man drin liegt, der Regen darauf pladdert.

Und Unwetter haben wir oft (indirekt und direkt) erlebt. Schon unser Start nach Hongkong war ja wegen eines Sturms dort fraglich. Als wir dort landeten, waren überall Arbeiter beim Aufräumen zu sehen. Auf Palawan haben wir mehrere Stürme (am Rande) miterlebt und unsere Schwagersleute waren auf ihrer Rückreise nach Deutschland zum Jahresbeginn einen halben Tag länger als geplant unterwegs, weil es mal wieder über dem Pazifik stürmte. In Sydney stürmte es grad mal nicht, aber dafür hier in Neuseeland um so stärker. Die Folgen sahen wir zum Beispiel im Norden der Südinsel um Motueka im Abel Tasman Nationalpark. Dort hatte der Zyklon Gita gewütet. Etliche Straßen waren gesperrt oder konnten nur temporär geöffnet werden. Auf der Fahrt durch das Gebiet sah ich am Straßenrand etliche Erdrutsche. Immer wieder hörte ich von den Einheimischen, dass man eigentlich noch gar nicht fertig war mit den Aufräumarbeiten nach dem großen Erdbeben vom November 2016. In Kaikoura, einem Ort, der bekannt ist für seine Möglichkeiten, Meeressäugern (Wale, Delfine, Seelöwen) nahe zu kommen, erzählte uns ein Busfahrer davon, wie die Menschen bis heute mit den Folgen des Erdbebens leben müssen. Er brachte uns über einen Umweg zum Südpier, wo die Walbeobachtungstouren beginnen. Die Boote der Whalewatcher sind mittlerweile alle wieder repariert und so stand unserem Ausflug aufs Meer nichts im Wege. Die junge Frau, die während der Bootsfahrt unsere Tourguide war, erzählte immer in den Beobachtungspausen Spannendes aus dem Leben der Meeressäuger. Aber auch über die Unterwasserlandschaft – ein Canyon mit bis zu 1,2 km Tiefe – wusste sie Interessantes zu berichten. Wir hatten mit unserer Tour jedenfalls großes Glück, denn schon nach 10 Minuten durften wir dem ersten Pottwal begegnen. Wir trafen danach noch 2 weitere Pottwale, sahen viele verschiedene große Seevogelarten und waren zum Ende der Tour von vielen Duskydelfinen umzingelt, die augenscheinlich viel Spaß am Leben haben und durchs Wasser tollten und sprangen.

Wir sahen in Kaikoura etliche leere bzw. zum Verkauf stehende Häuser, was wahrscheinlich der Tatsache geschuldet ist, dass Einwohner nach dem Erdbeben ihr Zuhause verlassen haben. Und immer waren die Menschen mit Straßenreparaturen beschäftigt. In Christchurch, einem Ort, den wir nach unserer Ankunft auf der Südinsel zuerst besuchten, weil wir wegen des Tropensturms Gita ein festes Dach suchten, sahen wir die Folgen mehrerer Erdbeben (2010, 2011 und 2016). Wir waren genau zum 7. Jahrestag dort und in der Ersatzkathedrale wurden wir zu einem Gedenkkonzert eingeladen, welches am 7. Februar stattfinden sollte. Aber wir hatten unsere Übernachtungsstätte schon verlassen und konnten deshalb am Abend nicht hingehen.

Aus den Nachrichten aus Deutschland bekamen wir mit, dass dort während unserer Abwesenheit auch einige Stürme gewütet haben und es festigt sich meine Einstellung auf dieser Weltreise, dass wir nur diese eine Erde haben und jeder das Seine dazu beitragen sollte, sie zu schonen, um sie für zukünftige Generationen zu bewahren.

Kiwis

Eigentlich sind Kiwis ziemlich scheue Vögel, die nachtaktiv und hier so eine Art Wappentier sind. Gesehen haben wir aber keine. Auf einem Zeltplatz in Trounson (Nordinsel) kamen wir ihnen ziemlich nahe. Dort gibt es einen Bereich im Wald, den man erst nach ordentlicher Schuhdesinfektion betreten darf (damit die Kauri-Bäume nicht mit Krankheiten infiziert werden). Es wurde empfohlen, nach Einbruch der Nacht mit Lampen, die rotes Licht ausstrahlen, leise auf die Suche nach Kiwis zu gehen. Wir stießen auf unserer Suche auf eine geführte Wanderung, die ebenfalls auf den Spuren der Kiwis war. Aber der Anführer wurde ziemlich ungnädig, als er mitbekam, dass seine Tour um nichtzahlende Teilnehmer erweitert war. So mussten wir allein weitersuchen und haben keine Kiwis gesehen. In der nächsten Nacht bin ich mit Jimmy noch einmal auf die Suche gegangen, wir saßen mindestens eine halbe Stunde im Regen, ganz leise, nur mit Rotlicht, aber die Kiwis ließen sich nicht blicken. Aber als ich dann im Zelt lag, hörte ich immerhin den typischen Kiwi-Pfiff, das heißt, er war da und wenn wir ihn nicht gesehen haben, hat er uns vielleicht schon wahrgenommen?

In Europa kennen wir Kiwis ja eher als Frucht und wenn ich das hier schreibe, wird mir auch jedesmal das Emoticon dafür angeboten. Aber in den Supermärkten sieht man keine, weil es nicht die Jahreszeit dafür ist. Überhaupt fällt mir auf, dass die (Obst) Produkte oft mit dem Hinweis versehen sind, dass es sich um ein neuseeländisches Erzeugnis handelt.

Kiwis nennen sich auch die Einwohner des Landes und zwar nicht nur in Broschüren für Touristen, sondern in Werbungen, Firmennamen und allen möglichen gastronomischen Zusammenhängen. Ich frage mich, nach welchem Tier oder welcher Frucht wir Deutschen uns benennen könnten (oder tun wir das schon lange und ich habe es bloß nicht mitbekommen)?

Linksverkehr, Straßen, Verkehr

Dass es in Neuseeland Linksverkehr gibt, war uns klar. Claudia hat ihren Führerschein in London gemacht – also kein Problem. Der Linksverkehr jedenfalls an sich nicht. Die Bedienung des Autos an sich auch nicht. Nach der ersten Woche haben wir nicht mehr versucht, mit dem Scheibenwischer zu blinken. Ich habe mich in den bisherigen 4 Wochen nur zweimal kurz beim Abbiegen in die falsche Spur eingeordnet, wurde aber von Claudia gut gecoacht und so gab es keine Probleme.

An Neuseelands Straßen stehen häufig Schilder, die darauf hinweisen, dass „NZ roads are different Allow extra time„, was sinngemäß meint, dass die neuseeländischen Straßen anders sind und man sich mehr Zeit nehmen soll.

Autobahnen gibt es nur in großen Städten als Motorways. Die Überlandstraßen haben in der Regel zwei Spuren. Und alle ca. 5 Kilometer gibt es Überholspuren. Außerdem werden die langsameren Verkehrsteilnehmer mit Schildern gebeten, ab vier Folgefahrern links an die Seite zu fahren und die Nachfolgenden passieren zu lassen. Das Schöne ist, es funktioniert! Was mich regelrecht begeistert, ist ein vollkommen anderes Fahrgefühl als in Deutschland. Wer meinen Blog schon während unseres Aufenthaltes auf Palawan gelesen hat, weiß, dass ich ein Freund des unhektischen Verkehrs bin. Hier richten sich die allermeisten Verkehrsteilnehmer an den vorgeschriebenen 100 km/h aus. Auf den Highways, auf den Überholspuren, auf den Motorways ist mir selten jemand begegnet, der wesentlich schneller unterwegs war. Da Neuseeland sehr gebirgig ist, sind die Straßen oft kurvig und eng. In den etwas komplizierteren Kurven werden die Geschwindigkeiten auf gelben Schildern empfohlen. Auch das funktioniert gut. Und die Brücken haben öfters mal nur eine einzige Spur, selbst auf großen Überlandstraßen. Da begegnet man dann auch Schildern, die die Vorfahrt regeln.

Insgesamt habe ich den Eindruck, in Neuseeland ist das Auto ein notwendiges Fortbewegungsmittel, dem auf den Straßen der nötige Platz eingeräumt wird – aber auch nicht mehr. Allerdings absoluter Verlierer auf den hiesigen Straßen sind die Possums, kleine, ursprünglich zur Pelzzucht eingeführte Tiere, die sich aufgrund fehlender Fressfeinde stark vermehrt haben, aber für den Straßenverkehr zu langsam sind und deshalb häufig überfahren am Straßenrand liegen.

Land und Leute

Wir haben beide Inseln vom Norden bis zum Süden durchquert, die jeweils noch vorgelagerten Inseln aber nicht besucht. Der nördlichste Punkt war Cape Reinga. Hier hatten wir allerdings nur schlechte Sicht, es war regnerisch und ziemlich stürmisch. Der Entfernungsweiser zeigte hier bis zur Südspitze in Bluff 1.452 km an. Als wir dort 18 Tage später bei herrlichem Sonnenschein ankamen, zeigte der dortige Entfernungsweiser „nur“ noch 1.401 km bis Cape Reinga an. Ob die Landvermesser unterschiedliche Strecken zum Messen genommen haben?

Auf unseren Fahrten haben wir ziemlich viel Holzbruch an den Straßenrändern bei Wäldern in Höhenlagen gesehen. Auch an den Meeresufern lag einiges Holz herum. Das sich damit neben dem Aufräumen auch künstlerisch einiges anfangen lässt, sahen wir im Queenspark von Invercargill.

Über den Straßenverkehr habe ich ja weiter oben schon einige Zeilen geschrieben. Leider gibt es auf den Schienen nur noch den Güterverkehr. Immerhin ist es besser, Güter statt auf den von Campervans bevölkerten Straßen auf der Schiene zu transportieren. In früheren Zeiten scheinen aber viel mehr Menschen per Zug unterwegs gewesen zu sein. Das Bahnhofsgebäude von Dunedin soll jedenfalls heutzutage das meist fotografierte Gebäude Neuseelands sein und es ist auch wirklich außerordentlich prachtvoll. Leider verkehren hier nur noch Museumszüge für Personen. Ebenso wie die Straßenbahnen in Christchurch, wo ein Ticket inklusive Ansagen zu den Sehenswürdigkeiten entlang der kurzen Strecke 25 $ kostet.

Die Kirchen hier sind meist anglikanisch oder katholisch und im vorigen Jahrhundert entsprechend dem Stil in den Herkunftsländern der Einwanderer erbaut worden. Bei Erdbeben sind sie aufgrund der früheren Bauweise dann besonders betroffen. Ich habe absichtlich keine Fotos von zerstörten Kirchen und Gebäuden gemacht, weil ich kein Katastrophentourist sein möchte, aber was wir gesehen haben, war ziemlich erschreckend. Ob die anglikanische Kathedrale von Christchurch wieder aufgebaut oder ganz abgerissen wird, scheint noch im Streit zu sein. Für die Zwischenzeit gibt es dort jedenfalls ein Gebäude, das zum Teil aus Pappe besteht und auch ganz gut aussieht.

Ein Thema für Besucher in Neuseeland sind die beiden Filmtrilogien ‚Herr der Ringe‘ und ‚Der Hobbit‘. Dazu gibt es bei Matamata ein stehen gelassenes Filmset, zu dem man mit speziellen Bussen gefahren wird und durch das man sich dann führen lassen kann. Aber auch bei unserer Wanderung im Tongariro Nationalpark war der „Schicksalsberg“ ein Thema, weil man ihn immer wieder sieht. Im Kino Embassy in Wellington war die Welt-Uraufführung vom dritten Teil vom Herrn der Ringe. Es sollen sich auf dem Platz vor dem Kino über 150.000 Menschen gedrängt haben.

Aufgefallen ist mir, dass die Hecken hier aus kompletten Bäumen geschnitten werden. Unsere Hecke in Berlin ist aus Hainbuche und somit auch aus jungen Bäumen geschnitten. Aber was ich hier für riesige Hecken aus gewachsenen Bäumen gesehen habe, übertrifft alles.

Vulkane, Geysire

Im Tongariro-Nationalpark gibt es die Möglichkeit, auf einer knapp 20 km langen Strecke entlang einiger Vulkangipfel und Calderen eine Wanderung zu machen, was wir auch getan haben. Wir hatten großes Glück beim Wetter und so konnten wir die teilweise krassen Landschaften, aber auch schönen Aussichten sehr genießen. Wir starteten am Ausgangspunkt in Mangatepopo, um über den alpinen Pass nach Ketetahi zu wandern. Dort stand unser Auto und ein Bus hatte uns von dort zum Startpunkt gebracht, so dass wir nach der Wanderung direkt ins Auto fallen konnten. Die ersten 6 km waren ziemlich anstrengend, da es von ca. 600 Höhenmetern bis zum Gipfel in 1.870 m Höhe geht. Aber es war eben auch äußerst abwechslungsreich, da es sehr viel zu sehen gibt, nicht nur den Mount Ngauruhoe. Hinter dem höchsten Gipfel unserer Tour, der zwischen Mount Tongariro und Mount Ngauruhoe auf dem Sattel am Roten Krater bei 1.870 m lag, begann der Abstieg auf dem Geröll ziemlich rutschig und ich war sehr froh, dass Claudia mich an die Hand nahm und fürsorglich (gefühlte drei Stunden) nach unten leitete. Jim und Caro haben wahrscheinlich nur 5 Minuten für diese Strecke gebraucht. Überhaupt waren sie uns immer mindestens eine Stunde voraus und warteten dann geduldig an den verabredeten Treffpunkten (zum Rastimbiss) auf uns. Die letzten 10 km zogen sich allerdings ewig hin. Wir waren froh, dass wir die Tour in dieser Richtung gemacht haben, denn ein so langer Aufstieg bis zu den eigentlich optisch schönen Sehenswürdigkeiten hätte uns evtl. den Genuss verdorben. Aber wer weiß, immerhin ist der Weg ja oft das Ziel. Wir waren jedenfalls am Ende ziemlich geschafft, aber auch stolz, die Strecke gemacht zu haben.

Eine andere landschaftliche Sehenswürdigkeit ist eine Geysirlandschaft unweit von Rotorua im Wai-O-Tapu Thermal Wonderland. Hier begrüßte uns ein Guide am Geysir Lady Knox, einer heißen Quelle, der mit etwas Seifenlauge nachgeholfen wird, um zu sprühen. In dem Gelände gibt es Löcher, Krater und Wasser in allen möglichen Farben zu sehen, die alle thermalen Ursprungs und oft über 100 Grad heiß sind. An manchen Stellen blubberten das Wasser wie in einem Topf kochendes Wasser. An anderen Stellen gab es Seen, deren Farbe von türkis zu orange wechselte. Einige Seen waren auch giftgrün gefärbt, ob es sich dabei um Wasser handelt, wage ich zu bezweifeln. Es roch auch ziemlich chemisch und alle waren froh, diesen Geruchsausflug gut überstanden zu haben.

Wälder, Parks, Strände, Natur

Die Landschaften Neuseelands sind – jedes Detail für sich genommen – auch in anderen Regionen unserer Erde zu finden. Aber in dieser Vielfalt, auf so relativ geringem Raum dicht beieinander, das ist das Einmalige an diesen schönen Inseln, die sich über 18.000 km von Berlin entfernt befinden.

Wir haben im Norden Riesendünen gesehen, die ohne die Umgebung wie eine Wüstenlandschaft wirken. Wir haben Karstberge gesehen, die bedrohlich aussehen und in Filmen gute Kulissen für das Böse abgeben. Wir waren an Steilküsten, die an englische Landschaften erinnern, wir haben Seen gesehen, die auch in der Schweiz liegen könnten und die Buchten und Strände können es ohne weiteres mit den philippinischen Stränden aufnehmen.

Eine besondere Erfahrung durften wir auf einem Platz für Freecamping am Lake Pukaki machen. Zuerst einmal gab es vom Seeufer aus unvergessliche Blicke zum Mt Cook, der auch Aoraki genannt wird, dem höchsten Berg Neuseelands (3.724 m). Wir bekamen verschiedene Kulissen am Tag, am Abend und am Morgen geboten. Aber auch der See an sich sowie die schöne Lage des Freecampings werden uns unvergesslich bleiben.

Neben meinem Faible für schienengebundene Fahrzeuge liebe ich auch Inseln. Viele kleine Inseln von der Größe zwischen Lummerland (Jim Knopf) und den paradiesischen Inseln vor El Nido auf Palawan haben immer wieder mein Herz vor Freude hüpfen lassen.

Es gab im Gebirge und auf den Wiesen überall schöne Blümchen, im Wald sahen wir auch giftige Pilze (roter als bei uns), leider ich konnte den Rosenduft im Queenspark von Invercargill nicht erschnuppern (evtl. liegt es am Alter meiner Nase?).

Am beeindruckendsten überhaupt aber waren immer wieder die Bäume: die mächtigen und uralten Kauribäume, deren Schutz den Neuseeländern sehr wichtig ist und deren Schutzgebiete man deshalb nur nach einer ordentlichen Reinigung (bürsten und feucht mit einer Art Desinfektionsmittel abwischen) betreten darf. Wir liefen unter riesigen Redwoods, wir sahen Eukalyptusbäume, es gab aber auch viele Pflanzen, die ich aus Europa kenne, wie Eichen, Birken und Eberesche. Die Bäume traten uns in vielerlei Gestalt entgegen.

Der Schutz der einheimischen Fauna und Flora geht hier soweit, dass fremde Baumarten, wie bestimmte nicht heimische Nadelbaumarten aktiv vergiftet werden. Dort sollen dann wieder heimische Arten wachsen können.

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Im Hintergrund sieht man vergiftete Pinien

In Palawan haben mich ja die Hähne gestört, aber mittlerweile habe ich wieder ein gutes Verhältnis zu ihnen. Vögel scheinen vor der Besiedlung durch uns Menschen die eigentlichen Bewohner Neuseelands gewesen zu sein. Schon die Maori sorgten allerdings nach ihrer Einwanderung vor über 500 Jahren dafür, dass der riesige Moa (eine Straußenart, die über 3 m groß werden konnte) ausgestorben ist. Auch wir begegneten immer wieder sehr zutraulichen Vögeln, wie einem, der das rosa Schuhband für einen Wurm zu halten schien und unbekümmert daran zog.

Einer Vogelart begegneten wir in den Wäldern und Parks ziemlich häufig und da sie von der Größe her dem uns nicht sichtbaren Kiwi ähnlich ist, nannte ich diese Vögel für mich „Ersatz-Kiwi“.

An den verschiedenen von uns besuchten Stränden lagen immer wieder Objekte, die das Meer angespült hatte und sie wirkten auf mich, als ob sie dort zu Naturkunstwerken drapiert wurden.

Kia Ora

Wir haben öfters Firmen gesehen, bei denen ausdrücklich betont wurde, dass sie sich im Besitz von Maori befinden und von ihnen bewirtschaftet werden. Dazu gehören auch die Betreiber der Walbeobachtungstouren in Kaikoura. Da ich in Neuseeland als Tourist unterwegs war, sind mir vor allem Bereiche in der Tourismusbranche aufgefallen. Aber es waren defintiv Unternehmen, die mehr als folkloristische Tänze in ursprünglichen Kostümen darboten.  Auch die Sprache der Maori ist überall im Land sichtbar bei Begrüßungen auf Informationstafeln, bei Orts- und Geländenamen sowie den Namen von Bergen und Flüssen.

Gelernt habe ich, dass nicht nur die Inuit den Nasengruß kennen, bei dem man sich zur Begrüßung mit den Nasen reibt. Die Maori haben den Hongi-Nasengruss, welcher beispielsweise bei der Begrüßung und Segnung von Neugeborenen angewandt wird. Dabei berührt man sich mit den Nasen und durch die Aufnahme des gegenseitigen Dufts wird eine Einheit zwischen den Personen hergestellt.

Ein typisches Gericht der Maori namens Hangi habe ich auch gegessen. Dafür werden die Zutaten (Fleisch, Kohl, Kartoffeln, ???) in einem Erdloch auf heißen Steinen vergraben und so gegart. Es schmeckte allerdings auch etwas „erdig“, aber es ist mir gut bekommen.

Besonders in meiner Erinnerung bleiben wird mir eine Ausstellung im Invercargill Soutland Museum, in der Gemälde gezeigt wurden, auf denen die Nachkommen gemixter Vorfahren von Maori und Pakeha (europäische Einwanderer) in der bildenden Kunst gezeigt wurden. (https://southlandmuseum.co.nz/1711_kauri.html)

Der Existenz von Karsten’s Wurstladen nach zu urteilen, scheint es hier auch den einen oder anderen Liebhaber deutschen Fastfoods zu geben oder er brät nur für die vielen (wirklich!) deutschen Touristen;-).

Auf mich als Besucher wirkte das Zusammenleben der Menschen verschiedener Herkünfte hier in Neuseeland gleichberechtigt und auf Augenhöhe. Probleme wird es bei den Menschen hier sicher auch geben, aber diese waren für mich in den vergangenen Wochen nicht sichtbar.

Was ich außerdem gelernt habe ist, dass Neuseeland (und auch Australien) eine Rolle im ersten Weltkrieg an der Seite Großbritanniens spielten und viele Menschen fern ihrer Heimat ihr Leben verloren haben. Ein Name wird nun zu meinem Gedächtnis gehören, „Gallipoli“ in der Türkei, wo eine große Schlacht stattgefunden hat.

Natürlich gehören zum Leben in Neuseeland auch die Schafe dazu, die einen breiten Raum (auch auf Straßen) einnehmen.

Wir waren in Wanaka in einem Kino, das mit Cabrios für sich warb (und sahen Marvels Black Panther).

Ein Mensch sagte mir hier, dass er Europa so faszinierend findet, weil man dort so alte Häuser sehen kann. Hier wird meist flach gebaut und selten sind Häuser älter als hundert Jahre.

Damit endet dieser Beitrag mit einem weiteren Kia Ora zum Abschied, das auch bedeuten kann ‚Mögest du gesund sein‘!

Fertig 😉

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