2. Woche – Ausflüge von San José

Nachdem wir Salitre verlassen hatten, ging es mit dem Bus übers Gebirge zurück nach San José. Wir durften dort zu Gast bei einer Kollegin von Claudia sein, die hier vor Ort bei Brot für die Welt (Pan Para El Mundo) arbeitet. Sie hat mit uns und einem hier lebenden Freund einige tolle Ausflüge in der Umgebung der Hauptstadt gemacht und war uns eine hervorragende und sprachkundige Begleiterin, der wir gar nicht genug danken können!

Wasserfälle Rio Agrio

Eine Fahrt am Gründonnerstag in die Gegend nördlich von San José am Rand des Nationalparks Juan Blanco Castro führte uns in eine Region mit vielen Wasserfällen. Laut Auskunft von Einheimischen sollte der Catarata Rio Agrio am Vielversprechendsten sein. Waren wir vorher der Annahme, dass der Tico und seine Tica (so nennen sich die Costaricaner selbst) die heilige Woche am liebsten am Meer mit riesigen Picknickkörben verbringen, wissen wir nun, sie nehmen gern auch Wasserfälle. Schon auf den engen Gebirgstraßen auf dem Weg zum Wasserfall schien sich der Verkehr manchmal durch all zu vorsichtige Fahrerinnen und Fahrer zu stauen. Auf dem Parkplatz der Sehenswürdigkeit war schließlich kaum noch ein Platz zu finden. Und an den Brücken, die zum Wasserfall führten und die man eigentlich nur einzeln betreten darf, gab es lange Schlangen, obwohl die Ticos durchaus zu mehreren auf die Brücken gingen. Wasserfälle haben wir auf unserer Reise schon des Öfteren besucht, aber dieser war bisher schon der Größte.

Nach dem Wasserfall besuchten wir ganz in der Nähe den am gleichen Fluß liegenden See Poza Celeste, in dem die Besucherinnen dem Badevergnügen nachgingen. Wir hatten zwar auch Badesachen dabei, konnten uns aufgrund der steinigen Umgebung aber nicht zum Eintauchen durchringen.

Guayabo National Monument

Am Karfreitag besuchten wir die Ausgrabungsstätte Guayabo am Fuße des Vulkans Turrialba, die für Costa Rica von hervorragender Bedeutung ist, da es hier um die Erforschung der vorspanischen Besiedlung des Landes geht. Laut einem Guide ist es wichtig zu betonen, dass es sich bei den Menschen, die hier von 1000 vor Christus bis 1400 nach Christus lebten, weder um Maya, Azteken noch Inka bzw. deren Verwandte handelt, sondern um eine eigenständige Bevölkerung. Ein besonderer Stil der Bebauung sind runde Häuser (die wir in der Form so ähnlich bei den Bribri in ihrem religiösen Gebäude gesehen haben). Nur ein geringer Teil der früheren Fläche wurde bisher ausgegraben und erforscht. Man geht bei Hochrechnungen davon aus, dass damals über 160.000 Menschen in der Stadt mit befestigten Straßen, Häusern, Wasserleitungen und Brücken lebten.

In der Anlage, die sich der Urwald zurückgeholt hatte, kann man auch hervorragend Tiere beobachten und fantastische Pflanzen sehen.

Ruine von Ujarrás

Am Nachmittag besuchten wir in Ujarrás die älteste Ruine einer spanischen Kirche in Costa Rica. Auch hier waren wieder viele Ausflügler unterwegs und außerhalb des Kirchengeländes waren volksfestartig viele Stände mit leckerem Essen und Souvenirs aufgebaut.

Auf unserer Weiterfahrt überquerten wir die Staumauer des Lago de Cachi,

der sich in einer Gegend befindet, die Paraiso heißt, ‚Paradies‘ und hier bekam ich angesichts der vielen grünen Gärten, Plantagen und Felder wirklich das Gefühl, mich in einem Paradies auf Erden zu befinden. Am Abend sahen wir auf der Heimfahrt auch noch die älteste noch in Benutzung befindliche katholische Kirche.

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Älteste Kirche Costa Ricas in Paraiso

Ostersonntag

Den Ostersonntags Gottesdienst durften wir in San José in der deutschsprachigen evangelischen Gemeinde verbringen. Es war für uns wunderbar, das Osterfest nach bekanntem Ritus und in der eigenen Sprache zu erleben. Wir wurden von den Gemeindegliedern auf das Herzlichste aufgenommen und zum Frühstück danach eingeladen – wie zu Hause in unserer Paul-Gerhardt-Gemeinde. Einerseits froh, dies hier erleben zu dürfen, drängte sich manchmal auch ein kleiner Tropfen Heimweh in meine Gefühle.

Am Ostersonntag fanden in Costa Rica die Stichwahlen zur Präsidentschaft statt, weshalb keine weiteren öffentlichen Veranstaltungen wie Prozessionen, Fußballspiele u.s.w. stattfinden durften. Die besondere Atmosphäre machte sich in San Jose an den Autos mit den Flaggen der beiden zur Wahl stehenden Parteien (rotgelb/blaugelb) bemerkbar. Zur Wahl standen zwei Kandidaten, die für sehr unterschiedliche Ziele standen und es wurde befürchtet, dass nach der Wahl ein Riss durch die Gesellschaft gehen könne. Mit fast 70% wurde der Kandidat gewählt, der für die Beibehaltung der bisherigen Politik und deren Fortsetzung stand.

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