Good bye – Ottawa (C.U.)

Bevor wir heute Ottawa verlassen und uns auf den Weg zu unserer langen Reise gen Westen machen, möchte ich berichten, was wir im letzten Monat erlebt haben.

Im Park von Gatineau

Wir haben noch einmal den riesigen Park in Gatineau besucht und uns das Mackenzie King Estate angeschaut. Ich bin nicht sicher, ob es in meinem vorigen Blogbeitrag steht: Gatineau liegt gegenüber von Ottawa auf der anderen Flussseite und befindet sich in der französischsprachigen Provinz Quebec. Beide Städte bilden eine gemeinsame Hauptstadtregion. William Lyon Mackenzie King war für lange Zeit Kanadas Premierminister. Während dieser Zeit am Anfang des 20. Jahrhunderts war er oft auf dem Grundstück. Er arbeitete und empfing auch Staatsgäste dort. Neben dem schön angelegten Park kann man auch ein Museum in seinem ehemaligen Wohnhaus besuchen. Mich hat allerdings auf dem Anwesen eine alt wirkende Ruine besonders angesprochen. Sie wird Abbay Ruins genannt und Mackenzie King hat sie errichten lassen aus alten Steinen, welche aus echten Ruinen (wie zum Beispiel dem früheren Parlamentsgebäude oder auch aus einer ehemaligen Banknotenfirma in Ottawa ) „gerettet“ wurden.

Nicht nur dieser Politiker hat einen guten Ruf bei den Menschen, mit denen ich über Politik in Kanada gesprochen habe. Ich war beeindruckt von dem positiven Verhältnis zwischen den Bürgern und einigen Politikern, was sich bis heute so ausdrückt, dass  Menschen von Pierre oder Justin (Trudeau) so sprechen, als wären sie gute alte Nachbarn.

Ebenfalls auf der Quebecer Seite entdeckte ich dieses kleine Theater in Gatineau, welches in einem ehemaligen Wasserwerk des Ortsteils Hull untergebracht ist. Da es auf dieser Seite des Ottawa River nicht so viele alte Gebäude gibt, habe ich mich um so mehr daran erfreut.

Verkehr in Ottawa (Bahn, Bus, Schiff)

Wer meinem Blog folgt, weiß, dass mein Herz für den öffentlichen Nahverkehr schlägt. Ottawa ist hier insofern spannend, als dass die Hauptstadt zur Zeit eine frühere Entscheidung korrigiert. Anfang der 80er Jahre wurde nach Abwägung verschiedener Verkehrsmittel wie Metro, Straßenbahn und Bus entschieden, dass ein Bus Rapid Transit Network errichtet wird, auf welchem Busse auf den sogenannten Transitways sehr schnell durch die Stadt fahren können. Die Transitways sind oft reine Busstraßen, die nur diesem Verkehrsmittel vorbehalten sind. Auf diesen Busstraßen sowie Busspuren auf normalen Straßen wird der gesamte Nah- und Pendlerverkehr durchgeführt. Die großen Umsteigestationen der Busse sehen dementsprechend mehr wie S-Bahnhöfe als wie Bushaltestellen aus.

Da man allerdings bei der Nutzung des Busservices um die Jahrtausendwende an Grenzen beim Ausbau in der Hauptstadtregion gestoßen ist, machte man Pläne, das Rückgrat des Verkehrssystems auf Schienenbetrieb umzustellen. Ein erster Versuchsbetrieb wurde auf einem kurzen Ast einer ehemaligen Güterzugstrecke zwischen den Stationen Bayview und Greenboro entlang der Universität eingerichtet. Er nennt sich O-Train und wird mit einigen Diesel-Triebwagen betrieben, die ursprünglich für die Deutsche Bahn gebaut wurden, was man der Farbe sowie der Innenausstattung auch deutlich ansehen kann. Die Nutzung dieser viertelstündlich verkehrenden Züge übertraf die Erwartungen der Planer bei weitem. Aus diesem Grund soll das Kernnetz des ÖPNV in Ottawa auf Schienen verlagert werden.

Eigentlich sollte eine zweite Linie als Confederation Line 1 kurz nach unserer Ankunft am 7. Mai in Betrieb gehen, aber wie man das so von Verkehrsprojekten kennt, konnten die Bauarbeiten bisher noch nicht beendet werden, so dass ich mich mit Bildern der in Bau befindlichen Strecke begnügen musste. Geplant ist, diese Strecke sofort nach Inbetriebnahme (Plan: November 2018) zu erweitern und eventuell auch über den Ottawa River nach Gatineau zu führen, wo ein ähnliches Transibussystem existiert und weil viele Regierungsmitarbeiter täglich zwischen beiden Orten und Provinzen pendeln. Die Eisenbahnbrücke existiert in Form der Prince of Wales Bridge immerhin schon.

Da es in der Hauptstadtregion soviel Wasser gibt, liegt es nahe, den Fluss direkt auf dem Wasser zu überqueren. Diese Möglichkeiten wie Aqua-Taxi

und Amphibus

nutzen allerdings eher Touristen wie wir.  Für die Schifffahrt wurde in Ottawa der Rideaukanal gebaut, an dessen Mündung in den Ottawa River eine große Schleusenanlage liegt.

Zum Abschluss dieses Abschnitts zeige ich noch einige Bilder vom ehemaligen Hauptbahnhofsgebäude, der eine kleinere Version der New Yorker Grand Central Station sein soll und zur Zeit zum Sitz für den kanadischen Senat (Oberhaus) umgebaut wird.

Ausflug nach Montreal

Montreal ist die zweitgrößte Stadt der Welt nach Paris, in der Französisch als Muttersprache gesprochen wird. Wir besuchten die Stadt an einem herrlichen Wochenende und hatten als Stadtführerin Vero dabei, die uns ihre Stadt in wunderbarer Weise nahe brachte.

Gleich unser erster Ausflug brachte uns ganz dicht beim Hotel in der Rue Sainte-Catherine ins LGBT-Viertel, wo über der gesamten Straße abertausende kleine Bälle in den Farben des Regenbogens aufgehängt sind. Wir erlebten eine Art street performance von riesigen Maulwürfen oder ähnlichen Tieren auf dem Gelände einer Freiluftkunstaustellung.

Wir konnten viele alte Gebäude und Kirchen sehen, die zum Teil noch aus dem 17. Jahrhundert stammen und der Stadt echt europäisches Flair geben.

Mit diesem Video habe ich versucht, die schöne Stimmung kurz einzufangen.

Die hiesige Metro erinnert bei den Stationszugängen direkt an die Pariser Version und die Züge fahren wie auch in Paris auf Gummirädern.

Das Leben spielt sich in Montreal auf vielen schönen Plätzen und Straßen ab und Einwohner sowie Besucher genießen beim flanieren und essen das „la belle vie“.

Dieses Monument zeigte uns Vero eigentlich, weil sich dort normalerweise am Sonntag viele Trommler zum gemeinsamen Trommeln treffen, aber weil ein Radrennen die Stadt belebte, waren nicht so viele gekommen. Ich bin ja immer auf der Suche nach guten und wichtigen Sprüche und an diesem Monument fand ich einen, der mich ansprach.

Vom namensgebenden Berg Mont Royal aus hatten wir einen Superblick auf die Skyline von Montreal.img_2068

Museen

Zwei Museen will ich aus der Vielzahl der hauptstädtischen Museen hervorheben, weil ich sie auch öfters besucht habe.

Da ist zum einen das historische Museum Canadian Museum of History in Gatineau. Auf vier Etagen wird einem die Geschichte der First Nations (früher Indianer und Eskimos genannt), der kolonialen Besiedlung durch die Europäer, der Staatswerdung Kanadas sowie der jüngeren Geschichte des Landes in ausgezeichneter Art und Weise nahe gebracht. Die Auswahl meiner Bilder soll weniger die Inhalte zeigen, als einige Stellen, an denen meine Augen besonders gern hängen geblieben sind 😉.

Zum anderen gibt es das Kunstmuseum National Gallery of Canada. Dieses Museum zeigt so viele tolle und herrliche Exponate, dass ich vor Begeisterung nie zum Bilder machen gekommen bin. Die vier hier angefügten hat mir Claudia für den Blog gegeben.

Sprachschule und ByWard Market

Im Altstadtbereich befand sich unsere Sprachschule, wo wir mit Greg Pronounciation und Conversation auf Englisch übten. Zwar ist meine Aussprache sowie Anwendung der Zeitformen  in diesen vier Wochen nicht wesentlich besser geworden, aber ich habe einen tollen Einblick in das nordamerikanische Englisch bekommen und gelernt, wie differenziert Englischsprecher ihre Vokale und Konsonanten aussprechen und vor allem dass die Schriftsprache überhaupt nicht mit der Aussprache übereinstimmt. Immerhin verstehe ich die Einheimischen jetzt viel besser und kann auch leichter Filmen und Serien in Englisch folgen.

Der Altstadtbereich heißt ByWard und hier gibt es eine alte Markthalle und in der Umgebung viele Händler und kleine Geschäfte, wo es duftete und leckere Speisen gab, das ich jeden Tag meinen Weg zur und von der Sprachschule genossen habe. Hier gab es sogar Currywurst mit Pommes und dazu Berliner Weisse. Dieses Fleckchen Erde werde ich sicher vermissen!

Deutsche Begegnungen

Natürlich konnten wir in Ottawa auch Deutschen begegnen. Zum Beispiel in der Evangelischen deutschsprachigen Martin-Luther-Gemeinde, die leider kurz vor unserem Einzug in Ottawa umgezogen ist und deshalb nicht so leicht für uns zu erreichen war. Einmal waren wir zu einem ökumenischem Gottesdienst, der gemeinsam mit der deutschsprachigen katholischen Gemeinde  in deren Kirche in Little Italy gefeiert wurde und einmal sind wir am Sonntagsmorgen zu 11 Uhr in den Osten Ottawas gefahren und hatten nach dem Gottesdienst bei Kaffee und Kuchen Zeit, mit Gemeindegliedern und dem Pfarrerspaar zu reden. Bei unserem Spaziergang danach fanden wir per Zufall sogar diese „Präsidenteneiche“.

Nun sind wir mittlerweile zu unserer Reise gen Westen gestartet. Wir haben uns vorgenommen, entlang des Trans-Canada Highway über 5.500 km Richtung bis Vancouver zu fahren. Ziele sind dabei unter anderem die Halbinsel Bruce, Sault Ste. Marie, Thunder Bay, Winnipeg, Regina, Calgary, Banff, Jasper und viele viele Nationalparks entlang der Strecke.

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Straßenkunst in Gatineau

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