Besuch in Wiikwemikoong

Auf der Insel Manitoulin befindet sich im Ort Wiikwemikoong das „Unceded Territory“ der First Nation der Anishinaabe. Es ist die Heimat von Menschen der 3 Feuer der Odawa, Ojibway and Potawatomi und ‚unceded‘ bedeutet, dass das Land nie an den Staat abgetreten worden ist. Die Sprache der Bewohner heißt Anishinabek und so sieht ein Stopschild dort aus.img_6061

Um in Kontakt zu kommen, gingen wir in das örtliche Touristenbüro und lernten Naomi kennen. Sie machte uns den Vorschlag, die Dorfstraße etwas weiter hoch zu fahren und dann im Dorfzentrum beim Aufbau für das nächste Pow Wow zu helfen, wir würden sicher mit offenen Armen empfangen werden. Außerdem riet sie uns, auf dem Bebamikawe Memorial Trail eine kleine Wanderung zu machen. Als sie von unserer Weltreise erfuhr, machte sie ein Foto von uns für den Facebook-Auftritt ihrer Gemeinde.img_2879

Im Dorfzentrum angekommen, sah es ziemlich leer aus. Niemand war da, der uns mit offenen Armen hätte empfangen können. Das Festgelände sah auch nicht so aus, als würde dort Hilfe gebraucht. Aber aus der Richtung vom Tipi hinter dem Gelände hörten wir Stimmen und Musik. Mutig ging ich zum großen Zelt unter der silberglänzenden Folie, welches sich hinter dem Tipi befand und aus dem die Stimmen kamen. Im Zelt waren viele Menschen versammelt und als ich am Eingang stand, wurde ich freundlich herein gewunken. Es wirkte wie ein kleiner Schwestern- und Brüdertag auf mich. Allerdings brannte in der Mitte ein kleines Feuer, so dass das Ganze etwas räucherig war. Durchs Mikrofon wurden Ansagen gemacht (glücklicherweise in Englisch) und ich verstand, dass die Menschen im Zelt noch bei den Vorbereitungen des Aufbaus waren. Nach verschiedenen Informationen zur Arbeitsverteilung begannen mehrere Personen zu singen und Trommeln zu schlagen und eine Rednerin lud dazu ein, sich zur Lockerung am Tanz zu beteiligen, was auch ungefähr die Hälfte tat. Frauen und Männer bewegten sich zu Tanz- und Wiegeschritten ums Feuer, manche sangen auch mit. Die Schritte wirkten sehr individuell und es schien keine gemeinsame Choreografie zu geben. Ich war froh, dass außer mir noch einige sitzen blieben (wie beim Abendmahl, wenn auch nicht alle vor gehen). Als der Tanz vorbei war, wurde eine Pause ausgerufen und ich ging zurück zu meiner Familie.

Schließlich wollten wir auch noch auf dem Bebamikawe Memorial Trail des Kriegers entlang wandern. Am Anfang des Weges gesellten sich drei Hunde zu uns, die uns die gesamte Wanderung über begleiteten. Das gab uns wegen der Möglichkeit einer Begegnung mit Bären ein gutes Gefühl. Warum der Weg „Warriors Trail“ heißt, wissen wir nicht, aber wir hatten aufs Heftigste gegen die anwesenden, blutdürstigen Mücken zu kämpfen (wir haben viel Blut verloren).

An einer Stelle gab es auch einige Reste von einem Wohnhaus der Familie Moses Neganegijig zu sehen, der hier zwischen 1860 und 1930 lebte.

Zum Abschluss unseres Besuches in Wiikwemikoong fuhren wir zur Galerie von James Simon Mishibinijima. Er ist ein berühmter Künstler, der hier zu Hause ist, aber unter anderem auch mehrere Jahre in Deutschland lebte. Wenn ich ihn richtig verstanden habe, schenkte er eines seiner Bilder der Bundeskanzlerin Angela Merkel. Leider ließ unser Reisebudget nicht zu, eines seiner faszinierenden Bilder zu kaufen.2018-07-01 14-07 seite 2

Ein Element, das uns hier, aber auch an anderen Orten mit indigener Bevölkerung immer wieder begegnet, ist das Medizinrad, welches mit seinen vier Farben für vielerlei steht. Wer sich für Näheres dazu interessiert, kann sich unter diesem Link bei Wikipedia dazu informieren.img_6348

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